Schimmel

Schimmelpilzsporen sind in der Außenluft allgegenwärtig. Schimmel wird sowohl bei der Nahrungsmittelproduktion als auch in der Medizin genutzt, kann aber auch für den Menschen schädlich sein. Auf und in den meisten Baustoffen oder Bauteilen können sich bei entsprechend frei verfügbarer Feuchtigkeit Mikroorganismen ansiedeln. Auch auf ansonsten untypischen Baumaterialien wie Metall, Glas oder Kunststoff ist eine Schimmelpilzansiedlung möglich, wenn sich zunächst durch Staubablagerung und Tauwasserausfall ein Biofilm auf der Oberfläche bilden konnte. Schimmelpilzbefall gehört in zunehmendem Maße zu den nachhaltigen Ärgernissen in Wohnungen und wird daher häufig zum Streitgegenstand in Mietrechtsangelegenheiten. Die Mieter vermuten als Ursache zunächst Gebäudemängel, während sie von den Vermietern der unzureichenden Beheizung und Belüftung bezichtigt werden.

Folgen des Befalls durch Mikroorganismen

  •  Die optische Beeinträchtigung. Es ist nicht akzeptabel, wenn auf Wänden und Decken schwarze, grüne oder gelbe Flecken auftreten.
  • Das Auftreten unangenehmer, muffiger, schimmeliger, säuerlicher Gerüche, die ein unzumutbares Ausmaß annehmen können.
  • Die Zerstörung von Materialien durch Mikroorganismen. Mikroorganismen zersetzen die Bindemittel in mineralischen Materialien, lösen die Zellulose in Tapeten oder können Einrichtungsgegenstände oder Kleidung schädigen (Stockflecken).
  • Die gesundheitliche Beeinträchtigung. Bei mikrobiellen Schäden in Gebäuden besteht die Möglichkeit, krank zu werden. 

Die Beurteilung der gesundheitlichen Gefährdung durch Mikroorganismen ist sehr schwierig und wird kontrovers diskutiert. 

Obwohl bei epidemiologischen Studien mehrfach klar belegt, dass mikrobieller Befall in Gebäuden zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt, gibt es oft Fälle mit massivem sichtbaren Schimmelbefall in Wohnräumen ohne gesundheitliche Beschwerden der Bewohner. 

Messtechnisch ist Schimmel schwer zu erfassen. Üblich sind Raumluftmessungen auf lebensfähige Keime, die auf Nährmedien gesammelt werden. Es können auch Klebeproben oder Abtupfproben von Flächen entnommen werden, die bereits sichtbar verkeimt sind oder es können Materialproben zur Untersuchung entnommen werden. Gasförmige Substanzen, die durch die biologische Aktivität der Schimmelkeime entstehen, können ebenfalls in der Raumluft festgestellt werden (MVOC). Alle Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile und können unerkannt falsche Ergebnisse zeigen. So kann die Artenzusammensetzung schnell wechseln, Sporen nicht, oder unterrepräsentiert erfaßt werden, MVOC nicht messbar auftreten, Material kann nur unkritische Besiedelung zeigen, obwohl an benachbarten Orten humanpathogene Arten wachsen. Kritisch sollte in jedem Fall das Vorhandensein von Bauteilfeuchte bewertet werden, das mikrobiellen Aufwuchs ermöglicht. Ein negatives, meßtechnsiches Ergebnis bei Raumluft, MVOC und Material sollte unter diesen Bedingungen nicht als Ausschluß einer mikrobiellen Kontamination gewertet werden.

Typische Beschwerden bei einer Belastung mit Mikroorganismen sind:

  • häufig verstopfte oder laufende Nase
  • Nasennebenhöhlenentzündungen
  • häufige Infekte bei Kindern (z.B. Mittelohrentzündung, Lungenentzündung)
  • Hautprobleme
  • chronische Bronchitis
  • Kopfschmerzen
  • nächtliches verstärktes Schwitzen
  • rheumatoide (=rheumaähnliche) Beschwerden. 

Regelungen

Nach oben